Transfervorhaben RADIS

Team:

  • Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Frankfurt
    • Dr. Julian Junk (Leitung)
    • Philipp Offermann (Leitung)
    • Ute Seitz
    • Sina Tultschinetski
    • Sophie Senf
    • Natalia Werbach
  • Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG), Universität Bielefeld
    • Prof. Dr. Andreas Zick (Leitung)
    • Manuela Freiheit
    • Franziska Winnacker
  • Violence Prevention Network, Berlin
    • Lars Schäfer
    • Alexander Swidziniewski

Laufzeit: 11/2020 - 10/2025

Das Transfervorhaben

Das  RADIS-Transfervorhaben wird von zwei  Partnern  durchgeführt,  der  Hessischen  Stiftung  Friedens-  und  Konfliktforschung (HSFK) sowie dem Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG). Über einen Unterauftrag  eingebunden  ist  zudem das Violence Prevention  Network  (VPN).

Mit Unterstützung durch das Projektteam von RADIS identifizieren die Projekte der Förderbekanntmachung projektübergreifende Fragen, Herausforderungen und Thesen, die die großen Themen der gesamten Forschungslinie abbilden. Ziel ist dabei nicht nur die Vernetzung der Forschungsprojekte untereinander, sondern auch

  1. die Identifikation von Synergien und spannenden Impulsen für die jeweiligen Forschungsdesigns sowie die Bildung thematischer Cluster, die einen Mehrwert für die Einzelvorhaben entlang ihrer Bedarfe bieten;
  2. die Unterstützung der Forschungsprojekte beim kontinuierlichen Wissenstransfer, indem Zugänge zu verschiedenen Formaten, Plattformen und Akteur*innen bereitgestellt werden;
  3. das Sichtbar- und Nutzbarmachen der Forschungsergebnisse aus der Bekanntmachung mit gebündelten Aktivitäten und (teils webbasierten) Formaten für Entscheidungsträger*innen in Politik, Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Fachpraxis.

Die Projektpartner

Das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt am Main verfügt über eine langjährige Expertise zu Ursachen und Umgang mit Radikalisierung und politischer Gewalt, insbesondere in Bezug auf islamistischen Extremismus. Es ist das größte Friedens- und Konfliktforschungsinstitut in Deutschland und verknüpft seit seiner Gründung vor 50 Jahren exzellente Grundlagenforschung mit unabhängiger Politikberatung. Als Leibniz-Institut legt die HSFK einen Schwerpunkt auf Wissenstransfer und hat dafür im Jahr 2019 eine eigene Abteilung eingerichtet. Die HSFK verfügt zudem über ein Berliner Büro, welches als Hub der Wissenstransferaktivitäten in die bundespolitische Landschaft dient und auf deren etablierte Netzwerke und Formate das Begleitvorhaben zurückgreifen kann. Die HSFK setzte in dem Themenfeld „Radikaler Islam“ u.a. erfolgreich zwei äußerst sichtbare und vom BMBF geförderte Forschungs- und Wissenstransferprojekte um, namentlich Salafismus in Deutschland und Gesellschaft Extrem. Seit dem Jahr 2019 hat die HSFK zudem die Arbeit in den Themenfeldern „Radikalisierung und politische Gewalt“ und „Terrorismus“ durch die Einrichtung von Leibniz-Forschungsgruppen gebündelt, ausgebaut und in dauerhafte Strukturen überführt – und damit eine inhaltliche Plattform auch zur Durchführung dieses Begleitvorhaben geschaffen. Aktuell koordiniert die HSFK den Forschungsverbund „PrEval – Evaluationsdesigns in der Extremismusprävention“. Das HSFK-Team wird auch den RADIS Verbund koordinieren und setzt operativ zudem die interne Vernetzung der Bekanntmachung sowie den Wissenstransfer zu Politik und Öffentlichkeit um. Auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Koordination mit dem Zuwendungsgeber und dem Projektträger verantwortet die HSFK. Sie hält zudem Kontakt zu anderen einschlägigen Verbundstrukturen wie MOTRA.

Das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld untersucht seit mehr als 20 Jahren die Grundlagen, Äußerungsformen und Folgen von Radikalisierung und kollektiver Aktion, Vorurteilen und Diskriminierung, sowie Migration, Akkulturation und Integration aus interdisziplinärer Perspektive. Der Fokus ist dabei auf empirische Analysen innergesellschaftlicher Konflikte ebenso wie auf die Koordination von umfassenden Netzwerken in Forschung und Praxis in diesem Themenfeld gerichtet. Das IKG führte bereits zahlreiche große Verbundprojekte in BMBF-Förderung und mit Wissenstransfer-Komponenten durch – und wird im Begleitvorhaben auf seine Expertise in der Organisation und inhaltlichen Koordination verschiedener Veranstaltungsformate zurückgreifen können. Als Herausgeber des international sichtbaren International Journal of Conflict and Violence bietet es ein institutionalisiertes Publikationsformat für das Begleitvorhaben. In RADIS übernimmt das IKG im Wesentlichen den Wissenstransfer zu Wissenschaft und Fachöffentlichkeit und organisiert die Jahreskonferenzen.

Über einen Dienstleistungsunterauftrag wird Violence Prevention Network (VPN) mit Sitz in Berlin in das Projekt eingebunden. VPN arbeitet seit 2001 mit politisch bzw. religiös ideologisierten Personen und deren Angehörigen. Neben der Deradikalisierung extremistisch motivierter Gewalttäter*innen hat das Team von Violence Prevention Network über Jahre eine bundesweit anerkannte Expertise im Bereich der Extremismusprävention erworben. Die Fachkräfte von Violence Prevention Network arbeiten bundesweit u.a. in Justizvollzugsanstalten sowie eigenen Beratungsstellen und bieten Fortbildungen für Multiplikator*innen und Workshops für Jugendliche an. Parallel zu der praktischen Arbeit fördert Violence Prevention Network durch innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis – und verfügt daher für RADIS über eine einzigartige Schnittstellenfunktion, um die so zentrale Präventionspraxis und die an Prävention interessierte Öffentlichkeit mit verschiedenen Formaten des Wissenstransfers zu erschließen – und den Einzelvorhaben somit neue Perspektiven und Zugänge zu ermöglichen. Mit Blick auf die intensive (auch internationale) Vernetzung zur Präventions- und Deradikalisierungspraxis und deren Netzwerke übernimmt das Violence Prevention Network im Begleitvorhaben eine zentrale Brückenfunktion und koordiniert die entsprechenden Arbeitspakete.