Eckdaten

Leitung: 

  • Prof. Dr. Gerrit Hirschfeld, FH Bielefeld, Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit
  • Prof. Dr. Sabrina Hegner, School of International Business, Hochschule Bremen

Laufzeit: 10/2020 – 09/2023

Praxispartner

  • NRW-Netzwerk CoRE (Connecting Research on Extremism in North Rhine-Westphalia) (Website)
  • Kommunales Integrationszentrum der Stadt Bielefeld (Website)
  • Islamisches Zentrum Bielefeld e.V. (Website)
  • Türkische Gemeinde Deutschland (Alexander Fahim) (Website)

Optimierte Krisenkommunikation nach Anschlägen mit islamistischem Hintergrund in Deutschland (OKAI)

Optimierte Krisenkommunikation nach Anschlägen mit Islamistischem Hintergrund in Deutschland

Das Projekt verwendet Theorien und Methoden der Krisenkommunikationsforschung, um die Reaktionen muslimischer Verbände in Deutschland auf Anschläge mit islamistischem Hintergrund zu untersuchen.

Terroristische Anschläge mit islamistischem Hintergrund haben nicht nur Folgen für Opfer und An-gehörige, sondern führen auch zu einer Entfremdung der in Deutschland lebenden Muslimen von der Mehrheitsgesellschaft, indem bei Teilen der Bevölkerung Angst und Vorurteile entstehen und verstärkt werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Darstellung der Anschläge und Reaktionen in den Medien (Ogan et al., 2014).

Dabei hat sich herausgestellt, dass Organisationen durch die Art und Weise, wie sie mit Krisen - gerade solchen, für die sie nicht selbst verantwortlich sind - umgehen, einen positiven Einfluss darauf haben können, ob diese Krise sich auf die Reputation der Organisation auswirkt (Coombs & Holladay, 1996).

Die derzeit am Weitesten verbreitete Theorie der Krisenkommunikation ist die Situational Crisis Communication Theory (SCCT) von Coombs und Kollegen, die auch die Grundlage der hier vorgestellten Forschung ist. Die SCCT beschäftigt sich mit der Frage, wie Organisationen optimal auf Krisen reagieren, um ihre Reputation zu schützen (Coombs, 2007; Coombs & Holladay, 1996). Die SCCT geht davon aus, dass von der Organisation steuerbare Faktoren einen Einfluss auf die Verantwortungszuschreibung und deren Folgen ausüben. Dies sind zum einen die Reaktionen der betroffenen Organisation auf die Krisensituation, das Framing der Reaktion (emotional oder rational), die Quelle der Information sowie die Reputation der Organisation vor der Krise (Coombs, 2007). Im Rahmen der SCCT werden unterschiedliche Reaktionsstrategien definiert, von denen die wichtigsten fünf denial, diminish, rebuild, bolstering und no response darstellen.

Canel (2012) argumentiert, dass ein Terroranschlag als ein Fall für Krisenkommunikation angesehen werden kann. Die SCCT wurde bisher jedoch nicht eingesetzt, um die Reaktionsmuster nach Anschlägen zu untersuchen und zu optimieren. Diese Lücke soll im Projekt OKAI geschlossen werden, um evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für muslimische Organisationen und Verbände zu entwickeln und über Fachpublikationen sowie eine Expertise zugänglich zu machen.