Eckdaten

Leitung: 

  • Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Prof. Detlef Pollack, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Dr. Olaf Müller, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Prof. Levent Tezcan, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen:

  • Dr. Özkan Ezli
  • Dr. Sarah Kabogan
  • Dr. Evelyn Bokler

Laufzeit: 03/2021 - 03/2025

Aktuelle Publikationen

  • Ezli, Özkan (2024): Keine Angst vor Stereotypen. Für einen neuen Umgang mit Zuschreibungen und Diskriminierungen. In: Dialog macht Schule (Hg.): Zugehörigkeit in der Migrationsgesellschaft. Plädoyer für neue Ansätze in der Demokratiebildung, 49-72. [Download]
  • Pollack, Detlef/Demmrich, Sarah/Müller, Olaf (2023): Editorial—Religious fundamentalism: New theoretical and empirical challenges across religions and cultures. In: Journal for Religion, Society and Politics 7, 1–11. [Download]

Ressentiment als affektive Grundlage von Radikalisierung (Ressentiment)

Die Rolle der Ausbildung einer kulturrelevanten Affektlage der Unterlegenheit und des Ressentiments unter Muslim:innen bei Prozessen der Radikalisierung

Das Forschungsprojekt interessiert sich für den kulturellen Boden, auf dem islamistische Radikalisierung gedeihen und Resonanz finden kann. Es geht der Frage nach, wie Wahrnehmungen der Unterlegenheit und Ressentiments unter Muslim:innen mit Prozessen der Radikalisierung zusammenhängen. ‚Ressentiment‘ bezeichnet dabei die Verfestigung eines Gefühls der Kränkung, das negative soziale Erfahrungen betont und Verbesserungen der Lage entwertet. Das Projekt fokussiert Ressentiments, die durch Polarisierungen zwischen den Bevölkerungsgruppen entlang ethnischer und religiöser Grenzziehungen entstehen. Negative Erfahrungen wie Diskriminierung im Alltag werden durch Ressentiments von ihrem pragmatischen Sachzusammenhang abgekoppelt und gewinnen eine Eigendynamik, die gegen positive Erfahrungen mehr oder weniger resistent ist. Um herauszuarbeiten, was Ressentiments und ihre Folgen charakterisiert, untersucht das Projekt auch ressentimentfreie Selbst- und Fremdwahrnehmungen. Dafür werden Minderheiten ebenso wie andere Teile der Bevölkerung einbezogen.

Das Projekt hat/verfügt über einen quantitativen und einen qualitativen Teil. Eine repräsentative Befragung erfasst zum einen die Ausprägung und Verbreitung von sozial, religiös und politisch aufgeladenen Ressentiments unter muslimischen Migrant:innen, die in Deutschland leben. Zum anderen ist geplant, die Ziele und Organisationsstruktur muslimischer Institutionen zu analysieren, mit Fokus auf die in diesen Milieus gepflegten Wahrnehmungsmuster und Einstellungen etwa zur nichtmuslimischen Umwelt. Dabei sollen Gruppen mit starken und weniger ausgeprägten Ressentiments kontrastiert werden, um Unterschiede in der Wahrnehmung von Diskriminierung und deren Verarbeitung herauszustellen.


Film "Das Projekt Ressentiment" | Länge 1"52' | Realisation Ute Seitz // Shaimaa Abdellah | PRIF 2024

Das Projekt Ressentiment befasst sich mit der Frage, wie Wahrnehmungen der Unterlegenheit und Ressentiments unter Muslim:innen mit Prozessen der Radikalisierung zusammenhängen. Im Interview mit RADIS beschreiben Prof. Mouhanad Khorchide, Prof. Levent Tezcan und PD Dr. Özkan Ezli ihren Zugang zum Projekt und erste Ergebnisse aus ihrer Forschung. Sie erklären die Bedeutung von Ressentiments für die Gesellschaft und geben Handlungsempfehlungen für religiöse Institutionen und Politik. Mehr lesen ...