Internationales Symposium

Am 16. Juni 2026 hat das RADIS-Team das internationale Online-Symposium „Interactions and Transformation Processes in the Field of Islamism“ ausgerichtet. Ziel war es, die Ergebnisse aus dem RADIS-Forschungsnetzwerk einem internationalen Publikum vorzustellen und in einen europäischen und internationalen Kontext einzuordnen.

Vortragende und Teilnehmende aus Deutschland, Großbritannien, der Türkei, Kroatien und Italien brachten unterschiedliche Perspektiven auf Islamismus und Radikalisierung ein. Im Mittelpunkt standen dabei Prozesseder (Co-)Radikalisierung, der Einfluss globaler und nationaler Dynamiken sowie Veränderungen des Phänomens Islamismus.

Eine zentrale Erkenntnis des Symposiums war, dass Islamismus und Radikalisierung nicht isoliert betrachtet werden können. Radikalisierung entsteht und verändert sich in Wechselwirkung zwischen Individuen und Gruppen, staatlichen Institutionen und Zivilgesellschaft. Die Teilnehmer:innen besprachen, wie Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung in dieses Geflecht einwirken. Hier wurde deutlich, dass antimuslimischer Rassismus und Islamismus sich gegenseitig verstärken können, in Forschung und Prävention jedoch häufig getrennt voneinander betrachtet werden. Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen sollten deshalb stärker als mögliche radikalisierende Faktoren in die Analyse miteinbezogen werden. 

Daran knüpft ein wichtiges Fazit des Symposiums an: Gesellschaftliche Teilhabe und Orte der Begegnung sind für die Prävention sehr wertvoll. Insofern stellt sich für die Zukunft die Frage, wie politische und gesellschaftliche Beteiligungsmöglichkeiten und -räume gefördert werden können.

Schließlich zeigten die Diskussionen auf dem Symposium, dass globale und transnationale Entwicklungen fürislamistische Radikalisierung eine immer größere Rolle spielen. Nicht zuletzt deshalb kann der wissenschaftliche Austausch auf internationaler Ebene dazu beitragen, Radikalisierungsprozesse und den Umgang mit ihnen besser zu verstehen.